E-paper - 05. Januar 2012
Bad Steben

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Eine der schönsten und vor allem ursprünglichsten adventlichen Feiern im Staatsbad ist der vorweihnachtliche Kerzenabend, der seit jeher Gäste und Einheimische auf Einladung des Frankenwaldvereins vereint.

Die langen mit festlich flackernden Lichter und frischen Tannengrün geschmückten Tischreihen des großen Kurhaussaales waren der passende äußere Rahmen für eine friedvolle und stresslose Einstimmung auf das schönste Fest des Jahres, die FWV-Obmann Hans Raithel eingangs allen Gästen und Heimatfreunden wünschte. Und der geäußerte Wunsch sollte danach im Verlauf der Veranstaltung auch prompt von den Mitwirkenden auch erfüllt werden. Wie keine andere Volksmusikgruppe verstehen es die vier Frauen der „Waldsteinsaiten“ mit leisen Tönen die gefühlige, erwartungsvolle Stimmung des Hoffens in der Adventszeit wiederzugeben, sie auch zum Teil gesanglich transparent zu machen, wie sie den unvergessenen Heimatdichter Otto Knopf in den vom Hofer Volksmusikanten Hans Hof vertonten „Frankenwälder Weihnachtslied“ so trefflich beschreibt „Weiße Wälder, weiße Fluren, alles liegt in tiefer Ruh“. Und die im vergangenen Jahr mit dem Kulturpreis ausgezeichneten Saitenspielerinnen vom Waldstein besangen unter anderen in seliger Beschwingtheit die Zeit des Hoffens „Wenns Christklindla kimmt“.

Was schönen, anspruchsvollen Chorgesang betrifft, da sin die Sänger vom Männergesangverein Enchenreuth eine der ersten Adressen im Frankenwald. Unter dem fordernd-belebenden Dirigat von Bernd Ring entwickelte die homogene Singgemeinschaft die erforderliche stimmliche Flexibilität, gepaart mit wunderbar dosierten Stimmvolumen, das vor allem beim „Gloria in excelsis Deo“ oder Beethovens ergreifenden Chorsatz „Heilige Nacht o gieße du“ trefflich zum Ausdruck kam. Festlichen Gläserglanz verbreitete die Gruppe „Hofer Blech“ im Bad Stebener Kurhaussaal, vier Musiker mit dem Gespür des feinen, wohlabgestimmten Klingenlassen, das vor allem beim Händelschen „Tochter Zion freue dich“ so herrlich zum Tragen kam. Sehr gut in die schöne vorweihnachtliche Veranstaltung passte sich auch Moderatio Stefan Illik mit seinem nachdenkenswerten Zwischentexten ein. Am Ende konnten die rundum zufriedenen Besucher dem Lob von Obmann Hans Raithel uneingeschränkte zustimmen „Schee wars“ – höchstes Lob eines Frankenwälders.

 
Wir im Frankenwald vom Donnerstag, 5. Januar 2012, Seite 15 (243 Views)

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